Glaube – was ist das?

Glaube ist Wissen und Vertrauen. Er hat sieben Merkmale:

-Der Glaube ist ein reines Geschenk Gottes, das wir erhalten, wenn wir innig darum bitten   -Der Glaube ist die übernatürliche Kraft, die wir notwendig brauchen, um unser Heil zu erlangen                                                                                                                                                                         -Der Glaube erfordert den freien Willen und den klaren Verstand des Menschen, wenn er sich auf die göttliche Einladung einlässt                                                                                                                    -Der Glaube ist absolut gewiss, weil Jesus dafür bürgt                                                                              -Der Glaube ist unvollständig, solange er nicht in der Liebe wirksam wird                                       -Der Glaube wächst, wenn wir immer besser auf Gottes Wort hören und durch das Gebet in lebendigem Austausch mit ihm stehen                                                                                                             -Der Glaube gibt uns jetzt schon einen Vorgeschmack auf die Freude des Himmels.

Viele sagen, glauben sei ihnen zu wenig, sie wollten wissen. Das Wort „glauben“ hat aber zwei ganz unterschiedliche Bedeutungen: Wenn ein Fallschirmspringer den Angestellten am Flughafen fragt: „Ist der Fallschirm sicher gepackt?“ und der antwortet beiläufig: „Och, ich glaube ja“ dann wird ihm das nicht reichen; das möchte er schon wissen. Wenn er aber einen Freund gebeten hat, den Fallschirm zu packen, dann wird der ihm auf die gleiche Frage antworten: „Ja, ich habe das persönlich gemacht. Du kannst mir vertrauen!“ Und darauf wird der Fallschirmspringer antworten: „Ja, das glaube ich dir“. Dieser Glaube ist viel mehr als Wissen, er bedeutet Gewissheit. Und das ist der Glaube, der Abraham ins Gelobte Land ziehen ließ, das ist der Glaube, der die >Märtyrer bis zum Tod ausharren ließ, das ist der Glaube, der noch heute Christen in Verfolgung aufrecht erhält. Ein Glaube, der den ganzen Menschen erfasst.

Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.                                                                                                                                                                                   Mk 17,20

Glauben heißt: Die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten.                                  Karl Rahner (1904-1984, deutscher Theologe)

Glaube ist: Die Substanz dessen, was man erhofft; der Beweis von Dingen, die man nicht sieht.                                                                                                                                                                                   Hebr 11,1 (Neuübersetzung von Papst Benedikt XVI in Spe Salvi 7)

Credo, ut intelligam – Ich glaube, um zu verstehen.                                                                                Hl. Anselm von Canterbury (1033/34-1109, Kirchenlehrer, bedeutender Theologe des Mittelalters)

Ich würde nicht glauben, wenn ich nicht einsehen würde, dass es vernünftig ist zu glauben.                                                                                                                                                                              Thomas von Aquin

Glauben ist seinem Wesen nach Annahme einer Wahrheit, die unsere Vernunft nicht erreichen kann; einfach und unbedingt auf Zeugnis hin.                                                                        Sel. John Henry Newman (1801-1890, Konvertit, später Kardinal der Katholischen Kirche, englischer Philosoph und Theologe)

An einen Gott glauben heißt sehen, dass es mit den Tatsachen der Welt noch nicht getan ist. An einen Gott glauben heißt sehen, dass das Leben einen Sinn hat.                                 Ludwig Wittgenstein (1889-1951, österreichischer Philosoph)

Warum heißt die Kirche apostolisch?

Die Kirche heißt apostolisch, weil sie, von den Aposteln gegründet,  an deren  Überlieferung festhält und von deren Nachfolgern geleitet wird.

 Jesus berief die Apostel als seine engsten Mitarbeiter. Sie waren seine Augenzeugen. Nach seiner Auferstehung erschien er ihnen mehrfach. Er spendete ihnen den Heiligen Geist und sandte sie als seine bevollmächtigten Boten in alle Welt. In der jungen Kirche waren sie Garanten der Einheit. Ihre Sendung und Bevollmächtigung gaben sie durch Handauflegung an ihre Nachfolger, die Bischöfe, weiter. So ist es bis heute. Diesen Vorgang nennt man „Apostolische Sukzession“.

ZWÖLF APOSTEL   (griech. apostolos = Gesandter, Bote): „Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat.“ (Mt. 10,2-4)

APOSTOLISCHE SUKZESSION  (lat. successio = Folge, Nachfolge): die seit den Aposteln ununterbrochene Reihe der Bischöfe, ihre Nachfolge im Bischofsamt. Wie Jesus den Aposteln seine Vollmacht spendete, so geht sie seitdem durch Handauflegung und Gebet von >Bischof zu Bischof über, bis der Herr wiederkommt.

 Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.                                                                      Joh 20,21-23

 Durch die apostolische Sukzession ist es also Jesus Christus, der zu uns kommt: Er ist es, der im Wort der Apostel und ihrer Nachfolger zu uns spricht; er ist es, der durch ihre Hände in den Sakramenten wirkt; in ihrem Blick ist es sein Blick, der uns umfängt und uns spüren lässt, dass wir geliebt werden und im Herzen Gottes angenommen sind.                                                                                                                                                                                     Benedikt XVI, 10.05.06

Was heißt: „Die Kirche ist der Leib Christi“?

Vor allem durch die Sakramente der Taufe und der Eucharistie entsteht eine unauflösbare Verbindung zwischen Jesus Christus und den Christen. Die Verbindung ist so stark, dass sie ihn und uns wie Haupt und Glieder eines menschlichen Leibes zusammenfügt und uns zu einer Einheit verbindet.

Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.                                                                      Kol 1,18

 Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn?                                                                                                                1 Kor 12,17

Christus und die Kirche lieben, das ist eins.                                                                                                    Frère Roger Schutz

 Von Jesus und seiner Kirche denke ich, dass das alles eins ist und dass man daraus kein Problem machen soll.                                                                                                                                                Jeanne d’Arc zu ihren Richtern

Du meinst also, dass die Schwächen der Kirche Christus veranlassen werden, sie aufzugeben? Die Kirche verlassen wäre dasselbe wie seinen eigenen Leib verlassen.                 Dom Helder Camara (1909-1999, brasilianischer Armenbischof)

Was ist das Einzigartige am Volk Gottes?

Der Gründer dieses Volkes ist Gott, der Vater. Sein Anführer ist Jesus Christus. Seine Kraftquelle ist der  Heilige Geist. Das Eingangstor zum Volk Gottes ist die Taufe. Seine Würde ist die Freiheit der Kinder Gottes. Sein Gesetz ist die Liebe. Wenn dieses Volk Gott treu bleibt und zuerst das Reich Gottes sucht, verändert es die Welt.

Mitten unter allen Völkern der Erde gibt es ein Volk, das wie kein anderes ist. Es ordnet sich niemandem unter, als Gott allein. Es soll sein wie Salz, das Geschmack gibt; wie Sauerteig, der alles durchdringt; wie Licht, das Dunkelheiten vertreibt. Wer zum Volk Gottes gehört, muss damit rechnen in offenen Widerspruch zu Menschen zu geraten, die Gottes Existenz leugnen und seine Gebote missachten. In der Freiheit der Kinder Gottes muss man aber nichts fürchten, nicht einmal den Tod.

Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verdorbenen und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet.                                                                                                                       Phil 2,14-15

 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.                                                                                                                Mt 6,33

 Die Kirche kann sich nicht wie ein Unternehmen verhalten, das sein Angebot verändert, wenn die Nachfrage nachlässt.                                                                                                                    Karl Kardinal Lehmann

 Mehr als umbringen können sie mich nicht. Und selbst wenn sie mich umbringen, bringt mich das noch lange nicht um.                                                                                                                        Robert Prinz von Arenberg (1898-1972, Mitverschwörer des Attentates gegen Hitler am 20. Juli 1944)

Warum ist die Kirche mehr als eine Institution?

Die Kirche ist mehr als eine Institution, weil sie ein Geheimnis (Mysterium) ist, das menschlich und göttlich zugleich ist.

 Wahre Liebe macht nicht blind, sondern sehend. Mit dem Blick auf die Kirche ist es genauso: Von außen betrachtet ist die Kirche nur eine geschichtliche Institution (= Einrichtung), mit historischen Leistungen, aber auch Irrtümern und sogar Verbrechen – eine Kirche der Sünder. Das ist aber nicht tief genug gesehen. Denn Christus hat sich so sehr auf uns Sünder eingelassen, dass er die Kirche nie verlässt, selbst wenn wir ihn täglich verraten würden. Diese untrennbare Verbindung von Menschlichem und Göttlichem, von Sünde und Gnade, ist das Geheimnis der Kirche. Mit den Augen des Glauben gesehen, ist die Kirche deshalb unzerstörbar heilig.

Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.                                                                                             2 Kor 4,7

Was bedeutet „Kirche“?

Kirche heißt im Griechischen „ekklesia“ = die Herausgerufenen. Wir alle, die wir getauft sind und an Gott glauben, werden vom Herrn herausgerufen. Miteinander sind wir die Kirche. Christus ist, wie Paulus sagt, das Haupt der Kirche. Wir sind sein Leib.

Wenn wir die Sakramente empfangen und das Wort Gottes hören, ist Christus in uns und wir sind in ihm – das ist die Kirche. Die enge persönliche Lebensgemeinschaft aller Getauften mit Jesus beschreibt die Heilige Schrift in immer neuen Bildern: Einmal spricht sie vom Volk Gottes, ein andermal von der Braut Christi; einmal wird die Kirche Mutter genannt, dann ist sie die Familie Gottes oder sie wird mit einer Hochzeitsgesellschaft verglichen. Nie ist die Kirche eine bloße Institution, nie nur „Amtskirche“, die man von sich wegschieben könnte. Wir werden uns über Fehler und Makel in der Kirche ärgern, aber wir können uns niemals von ihr distanzieren, weil Gott sich für sie unwiderruflich entschieden hat und sich trotz aller Sünden nicht von ihr distanziert. Die Kirche ist Gottes Gegenwart unter uns Menschen. Deshalb müssen wir sie lieben.

Kirche  (von griech. kyriake = dem Herrn gehörig) sind die aus allen Völkern Herausgerufenen, die durch die Taufe zum Leib Christi gehören.

Er (Christus) ist das Haupt des Leibes. Der Leib aber ist die Kirche.                                                Kol 1,18

Die Kirche ist eine alte Frau mit vielen Runzeln und Falten. Aber sie ist meine Mutter. Und eine Mutter schlägt man nicht.                                                                                                                             Der Theologe P. Karl Rahner SJ, als er von unangemessener Kritik an der Kirche hörte.

Wie können wir Gott antworten, wenn er uns anspricht?

Gott antworten heißt: ihm glauben.

 Wer glauben will, braucht ein „hörendes Herz“ (1 Kön 3,9). Gott sucht in vielfacher Weise den Kontakt zu uns. In jeder menschlichen Begegnung, in jeder berührenden Naturerfahrung, in jedem scheinbaren Zufall, in jeder Herausforderung, jedem Leid steckt eine verborgene Botschaft von Gott an uns. Noch deutlicher spricht er zu uns, wenn er sich in seinem Wort oder in der Stimme des Gewissens an uns wendet. Er redet uns an wie Freunde. Darum sollen wir auch wie Freunde antworten und ihm glauben, ihm ganz vertrauen, ihn immer besser verstehen lernen und seinen Willen vorbehaltlos annehmen.

Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.                                            Lk 1,38

Ist mit Jesus Christus alles gesagt, oder wird nach ihm die Offenbarung noch fortgesetzt?

In Jesus Christus ist Gott selbst zur Welt  gekommen. Er ist Gottes letztes Wort. Im  Hören auf ihn können alle Menschen aller Zeiten wissen, wer Gott ist und was zu ihrem Heil notwendig ist.

Mit dem Evangelium Jesu Christi ist die >Offenbarung Gottes vollkommen und vollständig da. Damit sie uns einleuchtet, führt uns der Heilige Geist immer tiefer in die Wahrheit ein. In das Leben mancher Menschen bricht das Licht Gottes so stark ein, dass sie „den Himmel offen“ sehen (Apg 7,56). So sind auch die großen Wallfahrtsorte wie Guadeloupe in Mexiko oder Lourdes in Frankreich entstanden.  Die „Privatoffenbarungen“ der Seher können das Evangelium Jesu Christi nicht verbessern. Sie sind nicht allgemein verbindlich. Sie können uns aber helfen, es besser zu verstehen. Ihre Wahrheit wird von der Kirche geprüft.     

Als die allerseligste Jungfrau Maria sich Bernadette als die Unbefleckte Empfängnis offenbarte, da kam sie, um die moderne Welt daran zu erinnern, dass die göttliche Gnade, die stärker ist als Sünde und Tod, den höchsten Stellenwert besitzt, eine Tatsache, die die Welt damals zu vergessen drohte.                                                                                                              Benedikt XVI, 11.02.06 in Lourdes

 

Was zeigt Gott von sich, wenn er seinen Sohn zu uns schickt?

Gott zeigt uns in Jesus Christus die ganze Tiefe seiner barmherzigen Liebe.

Durch Jesus Christus wird der unsichtbare Gott sichtbar. Er wird Mensch wie wir. Das zeigt uns, wie weit die Liebe Gottes geht: Er trägt unsere ganze Last. Er geht alle Wege mit uns. Er ist in unserer Verlassenheit, unseren Leiden, unserer Angst vor dem Tod. Er ist dort, wo wir nicht mehr weiterkönnen, um uns die Tür ins Leben aufzumachen.

In Jesus Christus hat Gott ein menschliches Antlitz angenommen und ist unser Freund und Bruder geworden.                                                                                                                                               Benedikt XVI, 06.09.06

INKARNATION   (von lat. caro, carnis = Fleisch, Fleischwerdung): Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Sie ist die Grundlage christlichen Glaubens und der Hoffnung auf Erlösung des Menschen.

Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn.                              Hebr 1, 1-2

Außerhalb von Jesus Christus wissen wir nicht, was Gott, das Leben, der Tod und wir selbst sind.                                                                                                                                                                       Blaise Pascal

Ich habe keine Phantasie. Ich kann mir Gott den Vater nicht vorstellen. Alles, was ich sehen kann, ist Jesus.                                                                                                                                                 Sel. Mutter Teresa (1910-1997, der „Engel von Kalkutta“, Ordensgründerin, Friedensnobelpreisträgerin)

 Das Glück, das Ihr sucht, das Glück, auf das Ihr ein Anrecht habt, hat einen Namen, ein Gesicht: Es ist Jesus von Nazareth.                                                                                                              Benedikt XVI, 18.08.05

 

 

Warum gibt sich Gott einen Namen?

Gott gibt sich einen Namen, weil er ansprechbar sein möchte.

Gott möchte nicht inkognito bleiben. Er will nicht als ein bloß gefühltes oder erahntes „Höheres Wesen“ verehrt werden. Gott möchte bekannt sein und als der Wirkliche und Wirksame angerufen werden können. Im brennenden Dornbusch gibt Gott dem Mose seinen heiligen Namen preis: JHWH (Ex 3,14). Gott macht sich für sein Volk ansprechbar, aber er bleibt doch der verborgene Gott, das anwesende Geheimnis. Aus Ehrfurcht vor Gott sprach (und spricht) man in Israel den Gottesnamen nicht aus und ersetzt ihn durch die Anrede Adonai (Herr). Eben dieses Wort benutzt das Neue Testament, wenn es Jesus als wahren Gott verherrlicht: „Jesus ist der Herr!“ (Röm 10,9).

Da sagte Mose zu Gott: Ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der „Ich-bin-da“. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der „Ich-bin-da“ hat mich zu euch gesandt. Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer, und so wird man mich nennen in allen Generationen.                                                                                                                                                                                    Ex 3,13—15

JHWH/JAHWE ist der wichtigste Name Gottes im Alten Testament (Ex 3,14). Er kann übersetzt werden mit „Ich bin da“. Für Juden wie für Christen bezeichnet er den einzigen Gott der ganzen Welt, ihren Schöpfer, Erhalter, Bundespartner, Befreier aus der Knechtschaft Ägyptens, Richter und Erretter.

 

Wie offenbart sich Gott im Alten Testament?

Gott zeigt sich im Alten Testament als Gott, der die Welt aus Liebe geschaffen hat und den Menschen auch dann noch treu bleibt, wenn sie in der Sünde von ihm abfallen.

Gott macht sich in der Geschichte erfahrbar: Mit Noach schließt er einen Bund zur Rettung aller Lebewesen. Den Abraham ruft er, um ihn zum „Stammvater einer Menge von Völkern“ (Gen 17,5) zu machen und in ihm „alle Völker der Erde“ (Gen 12,3) zu segnen. Das aus Abraham hervorgegangene Volk Israel wird sein besonderes Eigentum. Dem Mose stellt er sich namentlich vor. Sein geheimnisvoller Name הוה, ausgeschrieben meist Jahwe, bedeutet „Ich-bin-da“ (Ex 3,14). Er befreit Israel aus der Sklaverei in Ägypten, schließt am Sinai einen Bund und gibt ihm durch Mose das Gesetz. Immer wieder schickt Gott seinem Volk Propheten, um es zur Umkehr und zur Erneuerung des Bundes aufzurufen. Die Propheten verkünden, dass Gott einen neuen und ewigen Bund schließen wird, der eine radikale Erneuerung und endgültige Erlösung bewirken wird. Dieser Bund wird allen Menschen offen stehen.